Ab Juli 2026 wird der sogenannte Punktehandel ausdrücklich verboten. Bisher konnten Dienstleister in einer rechtlichen Grauzone anbieten, gegen Bezahlung die Verantwortung für einen Verkehrsverstoß zu übernehmen — eine andere Person gab sich als Fahrer aus, das Verfahren gegen den echten Fahrer wurde eingestellt. Damit ist jetzt Schluss.
Die Neuregelung betrifft alle Verkehrsteilnehmer in Deutschland, unabhängig von der Nationalität des Führerscheins. Auch der internationale Straßengüterverkehr ist erfasst. Für Berufskraftfahrer besonders kritisch: Punkte in Flensburg können zu Fahrverboten führen — und damit den Job gefährden.
Der ADAC begrüßt die Änderung ausdrücklich und hatte jahrelang für die Schließung dieser Gesetzeslücke gekämpft.
Im BrummiOnline-Forum wird das Thema rege besprochen. Viele Fahrer begrüßen die Neuregelung grundsätzlich — endlich werde eine Ungerechtigkeit beseitigt, bei der sich Zahler freikaufen konnten. Andere sind skeptisch: Die Kontrolle im internationalen Verkehr mit ständig wechselnden Fahrern sei schwierig, und die drohenden 30.000 Euro Strafe seien unverhältnismäßig, solange Chefs Druck auf ihre Fahrer ausübten. Ein Nutzer brachte es auf den Punkt: Das eigentliche Problem sei nicht der Punktehandel, sondern ein System, in dem Fahrer unter Termindruck zu Verstößen gedrängt würden.
→ Original-Diskussion im BrummiOnline Forum
→ Quelle: Trans.INFO zur StVG-Novelle