Das Bundesamt für Logistik und Mobilität hat auch im Juni die Schraube angezogen: 1.067 Fahrzeuge kontrolliert, 73 Kontrollstellen, zwei große Aktionen. Der Schwerpunkt lag wieder auf Kabotage-Regeln und der Wochenruhezeit in der Kabine — und die nächste Runde kommt bestimmt.
Das BALM rückte an zwei Terminen geballt an: am 11./12. Juni und 24./25. Juni 2026. 73 Kontrollstellen bundesweit, der Fokus auf internationalen Verkehrsachsen, Logistikzentren und Ballungsräumen. Schwerpunkte: Kabotage — also die Frage, ob ausländische Transporteure illegal innerdeutsch unterwegs sind — und die Einhaltung der wöchentlichen Ruhezeit.
Die Zahlen aus dem Vormonat hatten gezeigt, dass der Ansatz nötig war: 1.077 kontrollierte Lkw im Mai, 112 Verstöße gegen die Wochenruhezeit, 14 Kabotage-Verstöße, 121.535 Euro Sicherheitsleistungen. Knapp 18 Prozent der geprüften Fälle zur Wochenruhezeit fielen durch — der Fahrer hatte seine 45 Stunden in der Kabine verbracht statt in einer Unterkunft.
Die Regelung ist glasklar: Die regelmäßige Wochenruhezeit von 45 Stunden gehört nicht ins Führerhaus. Dahinter steht ein sozialpolitisches Ziel — der Fahrer soll sich richtig erholen können, nicht zusammengekauert auf der Liege. Aber die Praxis sieht anders aus: Zu viele Fahrer hauen sich die 45 Stunden in der Kabine um die Ohren, weil die Alternative (Motel, Pension) Zeit kostet, Geld kostet oder einfach zu weit weg ist.
Das BALM hat das erkannt und die Kontrollen hochgefahren. 286 geschulte Einsatzkräfte, 75 Kontrollstellen im Mai, 73 im Juni — das sind keine Stichproben mehr, das ist systematische Überwachung. Und sie kündigen die nächsten Termine schon an.
Neben der Ruhezeit nahmen die Kontrolleure die Kabotage-Regeln unter die Lupe. Ausländische Transportunternehmen dürfen nur drei innerdeutsche Fahrten innerhalb von sieben Tagen durchführen — und danach müssen sie die Grenze wieder überqueren. Klingt einfach, wird in der Praxis gern großzügig ausgelegt. Das BALM prüft gezielt an Grenzübergängen und auf den Hauptverkehrsachsen.
Die Fahrzeugtechnik kam ebenfalls dran: Bremsen, Reifen, Beleuchtung, Fahrwerk. Im Mai lag die Beanstandungsquote bei fast 37 Prozent — jeder dritte kontrollierte Lkw hatte technische Mängel. Das ist kein Kavaliersdelikt, das ist Lebensgefahr für alle auf der Autobahn.
Klarstellung Die genauen Verstoßzahlen für Juni lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor — das BALM veröffentlicht die detaillierte Auswertung jeweils mit Verzögerung. Die Zahl von 1.067 kontrollierten Fahrzeugen und die beiden Aktionstermine sind jedoch bestätigt.
Wenn du denkst, die Kontrollen beträfen nur die Polen und Rumänen auf der Autobahn — Irrtum. Das BALM kontrolliert an 73 Stellen gleichzeitig, und die sind nicht nur auf den grenznahen Routen unterwegs. Die Aktionstage sind gebündelt und angekündigt — aber genau dann solltest du besonders sauber dastehen.
Wochenruhezeit in der Kabine? Wenn sie dich erwischen, zahlt der Chef die Sicherheitsleistung — und holt sich das Geld über den Tourenplan zurück. Engere Fenster, weniger Puffer, mehr Stress. Und wenn die Technik nicht stimmt, darfst du an der Raststätte stehenbleiben, bis der Mangel behoben ist. Das kostet Zeit, die du nicht hast.
Die 286 Einsatzkräfte sind geschult, die Kontrollstellen sind strategisch gewählt, und das BALM hat einen klaren Auftrag von der Politik: durchgreifen. Wer glaubt, die Welle rollt vorbei, wird spätestens beim nächsten Schwerpunkt-Termin eines Besseren belehrt.
Die Kontrollkampagnen sind kein Strohfeuer. Das BALM hat Personal, Budget und politischen Rückendeckung. Wenn du die Wochenruhezeit im Lkw verbringst, gehst du ein Risiko ein — und der Chef gibt den Druck garantiert an dich weiter. Check deine Technik, bevor du losfährst, und such dir 'ne vernünftige Unterkunft für die 45 Stunden. Nicht fürs Amt — für dich.