Der Dieselpreis ist den neunten Tag in Folge gefallen. Mit 1,776 €/L liegt er nur noch 3 Cent über dem Vorkriegsniveau vom Februar 2026. Der staatliche Tankrabatt drückt den Preis um 16,7 Cent pro Liter. Der ADAC sieht „weiterhin Potenzial für niedrigere Kraftstoffpreise", da die Rohölpreise nach dem US-Iran-Rahmenabkommen gesunken sind.
Mitte April demonstrierten Speditionen und Transporteure aus der Region Leipzig mit einem LKW-Konvoi. Ihre Forderungen: Abschaffung der CO₂-Steuer, Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe, niedrigere Lohnnebenkosten und stärkere Unterstützung des Mittelstands.
In den Fahrer-Foren wird kontrovers diskutiert, ob ein organisierter LKW-Stillstand — wie in Frankreich — in Deutschland durchsetzbar wäre. Die Meinungen gehen auseinander: Einige sehen darin das einzig wirksame Druckmittel, um Politik und Gesellschaft die Bedeutung der Branche vor Augen zu führen. Andere halten das für unrealistisch — solange jeder befürchtet, der Konkurrent könne in der Zwischenzeit „ein größeres Stück vom Kuchen" abbekommen, werde es keine geeinte Aktion geben.
Einigkeit herrscht immerhin darin, dass die aktuell sinkenden Preise das strukturelle Problem nicht lösen: Der Tankrabatt ist befristet, die CO₂-Maut wird in immer mehr Ländern ausgeweitet, und die Steuerlast auf Kraftstoffe bleibt hoch.