Diese Woche regt mich RICHTIG auf: Euro NCAP und ADAC haben Crashtests gemacht. Mit einem Tesla Model 3 — fünf Sterne im NCAP, modernste Assistenzsysteme. 56 km/h, frontal auf einen stehenden 18-Tonnen-Sattelzug. 75 Prozent Überdeckung — das letzte Ausweichmanöver, das nicht ganz gereicht hat.
Das Ergebnis? Der Unterfahrschutz reißt einfach aus der Verankerung. Der Querträger, der das Auto aufhalten sollte, wird zur Seite katapultiert. Und das Model 3 taucht bis zur B-Säule unter den Auflieger. Knautschzone? Rückhaltesysteme? Alles wirkungslos. Die Insassen sind tot — nicht wegen der Wucht des Aufpralls, sondern weil ihnen die Ladekante des Aufliegers auf Kopfhöhe durch die Windschutzscheibe kommt.
"Nahezu wirkungslos" — das ist das offizielle Fazit des ADAC. Kein "Verbesserungsbedarf", kein "Prüfauftrag". Nahezu wirkungslos. Die aktuelle EU-Norm R58.03 schützt dich null. 584 Menschen sind 2023 allein in Deutschland bei Unfällen mit Güterkraftfahrzeugen gestorben. Rund 200 davon Pkw-Insassen. EU-weit sterben jedes Jahr 400 Menschen bei Unterfahr-Unfällen.
Und jetzt der Witz: In den USA gibt es einen Standard namens IIHS ToughGuard. Der besteht dieselben Crashtests problemlos. Dieselbe Geschwindigkeit, dieselbe Überdeckung. Aber hier? Fehlanzeige. Die Hersteller bauen den besseren Schutz nur für den US-Markt. Weil die EU-Norm es nicht verlangt. Weil das billiger ist. Weil's ja nur um Menschenleben geht.
Das Problem ist die Konstruktion: Der Querträger ist an vertikalen Stützen verschraubt. Beim Aufprall wirken enorme Kräfte über einen langen Hebelarm — die Verschraubung hält das nicht aus. Was bräuchte es? Eine Abstützung direkt am Hauptrahmen des Aufliegers. Technisch möglich, seit Jahren bekannt. Aber teurer. Also bleibt's bei der Pfusch-Lösung.
Der ADAC hat auch gleich sieben aktuelle Pkw getestet: BMW X3, Mercedes CLA, VW Tiguan, Škoda Elroq und andere. In vier realistischen Szenarien — Stauende, plötzlich ausscherender Vordermann, Teilüberdeckung. Fazit: Kein einziges Modell verhindert bei über 100 km/h in allen Szenarien die Kollision. Einige reagieren bei 56 km/h weder mit Warnung noch Bremseingriff. Der BMW X3 schafft es im Stauende-Szenario bis 120 km/h — aber nur, weil seine Logik in blockiertem Umfeld kritischer bremst. Bei 50 Prozent Überdeckung versagen alle.
Die Physik ist gnadenlos: Bei 120 km/h müsste eine Notbremsung 2,5 Sekunden vor dem Aufprall beginnen — 85 Meter vor dem Lkw. So früh greift kein Hersteller ein, weil dann jedes Brückengeländer eine Vollbremsung auslösen würde. Also wägen die Systeme ab. Und wägen. Und wägen. Bis es zu spät ist.
💬 Stimmen aus der Community: Auf BrummiOnline diskutieren Fahrer den Test. Tenor: „Und wer steht am Ende als Mörder da? Der Lkw-Fahrer. Dabei kann der nix dafür, dass der Auflieger ne Todesfalle ist." Ein anderer schreibt sinngemäß: „Die Spediteure bestellen die billigsten Trailer. Der Fahrer kriegt den Schock fürs Leben, wenn einer unter ihm verschwindet. Und die in Brüssel schreiben Normen aus den 90ern fort."
→ Quelle: ADAC — Lkw-Unterfahrschutz-Test: tödliche Gefahr (Juli 2026)
→ Quelle: HNA — Euro NCAP deckt fatale Mängel am Unterfahrschutz auf (03.07.2026)
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