Kurioses

Red Bull verleiht Flügel – und legt die A8 lahm

29. Juli 2026 · 3 min Lesezeit
LKW auf einer Autobahnbrücke bei Nacht

Red Bull verleiht Flügel, sagt der Slogan. Den Autofahrern auf der A8 bei Pforzheim hat das am Montagabend nicht viel gebracht. Eher das Gegenteil. Ein mit Red Bull beladener Sattelzug hat auf der A8 zwischen Stuttgart und Karlsruhe seine komplette Ladung verloren. Hunderte Dosen verteilten sich über sämtliche Fahrstreifen. Vollsperrung, Richtung Karlsruhe. Bis tief in die Nacht.

Datum: 27. Juli 2026, ca. 18:00 Uhr. A8, rund einen Kilometer vor der Anschlussstelle Pforzheim-Süd, Fahrtrichtung Karlsruhe. Ein Sattelzug gerät in einer Kurve ins Schleudern. Die Ladung verrutscht, bricht aus dem Auflieger. Der Lkw bleibt auf den Rädern, verletzt wird niemand. Dosen überall.

Die Polizei richtete eine Vollsperrung der Richtungsfahrbahn Karlsruhe ein. Ein Fahrstreifen konnte zwischenzeitlich freigegeben werden, doch für die abschließenden Reinigungsarbeiten musste die Polizei am späten Abend erneut komplett sperren. Eine Umleitung wurde über die Anschlussstelle Heimsheim vorbereitet. Kilometerlanger Rückstau war die Folge, während Dutzende Einsatzkräfte die Dosen von der Fahrbahn kratzten.

Die n-tv.de berichtet unter Berufung auf die Polizei, die Ladung sei nicht infolge eines Unfalls auf der Fahrbahn verteilt worden, sondern schlichtweg unzureichend gesichert gewesen – und zitiert einen Schaden von rund 25.000 Euro, weil der Lkw außer Red Bull auch noch Gewürzmischungen geladen hatte. Die tagesschau.de (SWR) bestätigt die Darstellung: Der Lkw sei in einer Kurve so stark ins Schlingern geraten, dass die Ladung aus dem Auflieger auf die Fahrbahn rutschte.

Man stelle sich das Bild vor: Ein grauer Montagabend auf der A8, Feierabendverkehr. Pendler auf dem Weg von Stuttgart nach Karlsruhe, vielleicht die letzte Tour vor dem Feierabend. Plötzlich hüpfen hunderte silber-blaue Dosen über den Asphalt, rollen über die Fahrbahnmarkierungen, verteilen sich über alle drei Spuren. Der Auflieger ist aufgerissen, die Plane hängt runter, und irgendwo zwischen Leitplanke und Standstreifen liegt die Ladung, die gerade noch ordentlich im Lkw stand. Niemand verletzt, aber die A8 sieht aus, als hätte ein Werbegag nach hinten losgeschlagen.

Ladungsverlust ist kein Kavaliersdelikt

So kurios die Bilder sind — für den Fahrer ist so ein Moment existentiell. Die Ladungssicherung ist seine Verantwortung. Wenn die Plane nicht hält oder die Zurrgurte nachgeben, steht erstmal die Polizei da, schreibt eine Anzeige. Der Chef ruft an: "Wann kommst du?" Der Dispo: "Die nächste Tour wartet." Und du stehst auf der A8, der Auflieger ist offen, überall Red Bull, die Einsatzkräfte räumen, der Rückstau wird länger — und deine Lenkzeit läuft trotzdem.

25.000 Euro Schaden. Versicherung wird zahlen, aber die nächste Prämie wird teurer. Kein Unfall, keine Verletzten. Nur ein Sattelzug, der in der Kurve ins Schlingern geriet, eine unzureichend gesicherte Ladung — und stundenlanger Stau. Dass der Fahrer selbst mit dem Schrecken davongekommen ist, ist das Wichtigste. Aber den Ärger hat er trotzdem.

Was das für deinen Alltag bedeutet

Die Vorschriften zur Ladungssicherung sind glasklar: § 22 StVO, VDI 2700, DIN EN 12195. Zurrgurte müssen richtig gespannt, Antirutschmatten eingelegt, die Ladung formschlüssig oder kraftschlüssig gesichert sein. In der Praxis heißt das: Du stehst im Regen auf dem Rastplatz, ziehst die Gurte nach, kontrollierst die Spannung. Wenn der Chef meckert, dass es zu lange dauert, sag ihm: Eine ungesicherte Ladung auf der A8 kostet 25.000 Euro und bringt die Autobahn für Stunden zum Stillstand. Die paar Minuten mehr pro Tour — die sind billiger.

Apropos: Die Dosen waren leer, oder? Man bekommt ja Gedanken, wenn man das Bild von hunderter Red Bull auf der Fahrbahn sieht. Nein, die waren voll. Aber man sollte keine guten Ideen haben, wenn man das nächste Mal an der A8 bei Pforzheim vorbeikommt.

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Quellen