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Fahrer-Leben

Fahrer-Frust: 117 Logistik-Pleiten im Juni — und der Fahrer zahlt drauf

5. Juli 2026 · Fahrer-Frust der Woche

Diese Woche regt mich RICHTIG auf: 117 Logistik-Firmen sind im Juni 2026 pleite gegangen. 117. Das ist ein Anstieg von 6,4 % gegenüber Mai. Und nein — das ist kein „Einzelfall" und kein „betrifft ja nur die Kleinen". Es betrifft ALLE. Am 1. Juli waren es gleich drei auf einen Schlag: H&M Logistics aus Bergheim, IMPEX Thermotrans aus Wedel, S&G Logistik aus Speyer. Drei Speditionen. Drei Mal Fahrer, die Montag früh keine Tour mehr hatten.

Die Logistikbranche ist wieder Spitzenreiter in der deutschen Pleite-Statistik: 11,1 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Gastgewerbe? 9,7. Bau? 8,8. Keine Branche in Deutschland geht öfter baden als unsere. Und trotzdem liest du jeden Tag: „Keine Trendwende in Sicht", „Experten erwarten weitere Marktaustritte", „besonders kleine und mittlere Spediteure gefährdet". Das ist die nette Umschreibung für: Es wird noch schlimmer.

Im ersten Quartal 2026 waren es 121 Pleiten. Darunter 7 Großinsolvenzen — doppelt so viele wie im Langzeit-Schnitt. Betz International, ein Traditionsspediteur, steckt im Sanierungsverfahren. Helrom, der intermodale Hoffnungsträger, ist zum zweiten Mal pleite. Selbst die, die in Innovation investiert haben, halten nicht durch.

Und wer kriegt am Ende den ganzen Druck ab? Der Fahrer. Wenn eine Spedition pleite geht, stehst du auf der Straße. Gehalt für den letzten Monat? Viel Glück beim Insolvenzgeld-Antrag. Und selbst wenn du schnell was Neues findest: Der neue Chef weiß, dass der Markt voll ist mit Fahrern, die nehmen, was sie kriegen. Weniger Puffer. Engere Zeitfenster. Und wehe, du beschwerst dich — drei andere warten schon auf deinen Platz.

Warum passiert das immer noch?

Die Rechnung ist einfach: Diesel teuer, Personal teurer, CO₂-Kosten kommen obendrauf. Frachtraten im Keller, weil die Industrie schwächelt. Und während Tankrechnungen SOFORT bezahlt werden müssen, lassen Kunden ihre Rechnungen wochenlang liegen. Atradius, einer der größten Kreditversicherer, sagt es klipp und klar: „Wer noch Festpreisverträge ohne Indexklausel abschließt, handelt mit unternehmerischer Fahrlässigkeit."

Für dich als Fahrer heißt das: Der Disponent, der letzte Woche noch „Alles im Griff" gesagt hat, meldet sich diese Woche mit: „Chef hat Insolvenz angemeldet. Fahr den LKW morgen auf den Hof, wir holen dich ab." Und du stehst da mit deinem Kram aus der Kabine in einer Plastiktüte und fragst dich, ob du nächste Woche noch Miete zahlen kannst.

💬 Stimmen aus der Community: Im BrummiOnline-Forum diskutieren Fahrer über die Insolvenzwelle. Ein Thread zum Thema BKF-Weiterbildung und Arbeitsmarkt zeigt: Viele haben Angst, bei einer Pleite auf den Kosten sitzenzubleiben. Tenor: „Der Markt ist kaputt. Wer fährt, fährt für immer weniger Geld — weil es immer einer billiger macht."

→ Quelle: trans.info — Logistikbranche bleibt Spitzenreiter bei Insolvenzen (03.06.2026)

→ Quelle: diebewertung.de — Insolvenzmeldungen vom 1. Juli 2026

→ Quelle: Insolvenzmonitor — Transport & Logistik Juni 2026

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