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Fahrermangel: Über 70.000 Fahrer fehlen — was das für dich bedeutet

1. Juli 2026

Über 70.000 Lkw-Fahrer fehlen in Deutschland — 2018 waren es noch 40.000. Elf Branchenverbände haben jetzt einen gemeinsamen Weckruf gestartet. Was das für dich heißt? Kurz gesagt: Du wirst gesucht wie nie. Aber die Politik pennt.

70.000+
Fehlende Fahrer
39 %
Fahrer über 55
−15.000
Nettoverlust pro Jahr
2,6 %
Fahrer unter 25

Die nackten Zahlen: Warum das ein Problem ist — auch für dich

Der BGL hat vorgerechnet: Jedes Jahr gehen 30.000 bis 35.000 Fahrer in Rente. Nachrücken tun 15.000 bis 20.000. Macht unterm Strich minus 15.000 Fahrer. Pro Jahr. Seit Jahren. Und es wird nicht besser, weil 39 Prozent der Berufskraftfahrer über 55 sind — die verlassen in den nächsten zehn Jahren fast alle die Fahrerkabine.

Auf der anderen Seite nur 2,6 Prozent unter 25. Da kannst du dir ausrechnen, wie lange die Rechnung noch aufgeht.

70 Prozent der Güterverkehrsleistung in Deutschland werden auf der Straße erbracht. Die Bahn wird's nicht richten — zu kurze Distanzen, zu unzuverlässig, zu teuer für die meisten Transporte. Ohne Lkw-Fahrer stehen die Regale leer. Punkt.

Aus dem BGL-Weckruf (Januar 2026) „Rund ein Drittel der Berufskraftfahrer ist älter als 55 Jahre. Jährlich scheiden etwa 30.000 bis 35.000 Fahrer altersbedingt aus dem Beruf aus, während nur 15.000 bis 20.000 Neueinsteiger nachrücken."

Der 5-Punkte-Plan der Verbände — und warum er dir bekannt vorkommt

Elf Verbände — von BGL über BDI bis DSLV — haben einen Forderungskatalog aufgelegt. Klingt gut auf dem Papier:

1. Interministerielle Arbeitsgruppe — Verkehrs-, Arbeits-, Innen- und Wirtschaftsministerium an einen Tisch. Ob das was bringt? Frag in zehn Jahren nochmal nach.

2. Arbeitsbedingungen verbessern — mehr Stellplätze, bessere Rastanlagen, vernünftiges Baustellenmanagement. Das fordern Fahrer seit zwanzig Jahren.

3. Ausbildung reformieren — BKF-Qualifizierung ist zu teuer, zu wenig praxisnah, zu bürokratisch. Stimmt. Aber wann wurde zuletzt eine Reform angepackt?

4. Bürokratieabbau & Zuwanderung — schnellere Anerkennung ausländischer Führerscheine, einfachere Visa für Drittstaaten. Wäre schön.

5. Wirtschaftsverbände einbeziehen — die, die es betrifft, sollen mitreden dürfen. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht.

Was das für deinen Alltag bedeutet

So paradox es klingt: Der Fahrermangel ist für dich als Fahrer eine Verhandlungsposition. Noch nie war deine Arbeitskraft so viel wert. Speditionen suchen händeringend — und müssen liefern. Das merkst du am Lohn, an den Bedingungen, an der Bereitschaft des Chefs, dir entgegenzukommen. Oder du merkst es nicht — dann sucht sich dein Chef nämlich bald einen neuen Fahrer, und du suchst dir eine neue Spedition. So läuft der Markt.

Aber der Mangel hat auch 'ne Schattenseite: Dein Dispo plant dich noch enger, weil hinten keiner mehr nachkommt. Deine Touren werden länger, die Pausen kürzer. Wenn die Hälfte der Belegschaft in Rente geht und kein Nachschub kommt, verteilt sich die Arbeit auf weniger Schultern. Heißt für dich: Mehr Druck. Und der kommt nicht von der Politik — der kommt von deinem eigenen Chef.

Die Verbände haben einen Weckruf gestartet. Gut. Aber bis die Politik aufwacht, sitzt du schon wieder im Stau auf der A7, weil drei Baustellen auf 15 Kilometer dich zwei Stunden kosten. Und dein Dispo fragt: „Warum bist du noch nicht da?"

Quellen

→ eurotransport.de — Fahrermangel: Über 70.000 Lkw-Fahrer fehlen (29.01.2026) → Sueddeutsche.de — Transportgewerbe: In Deutschland fehlen 70.000 Fahrer → BGL — Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung

Heißt für dich:

Du bist begehrter als je zuvor. Nutz das. Wenn deine Bedingungen nicht stimmen — dein Marktwert war noch nie höher. Aber pass auf, dass der Fahrermangel nicht zu DEINEM Problem wird: längere Schichten, weniger Puffer, mehr Druck. Deine Gesundheit zählt. Kein Chef der Welt ist es wert, dass du dich kaputtfährst.

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