🔴 502.000 — so viele Fahrerstellen sind in Europa unbesetzt. Jede achte Stelle.
🔴 65 % — so viele Speditionen nennen den Fahrermangel ihr größtes Geschäftsrisiko.
🔴 2 von 3 — Betrieben müssen Aufträge ablehnen, weil keiner mehr fahren kann.
Das ist kein "besorgniserregender Trend", keine "Herausforderung für die Branche". Das ist der neue IRU Driver Shortage Report 2025, veröffentlicht am 30. Juni 2026 — und diese Zahlen sind keine Prognose, sie messen, was JETZT passiert.
Die IRU (International Road Transport Union) hat 18 Märkte auf vier Kontinenten untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Fahrermangel ist strukturell. Das ist nicht "gerade mal Flaute auf dem Arbeitsmarkt". Das sind 660.500 Fahrer, die in Europa bis 2030 in Rente gehen — und zu wenig Nachwuchs, der nachkommt.
Hauptgründe? Hohe Einstiegskosten für den Führerschein, miese Arbeitsbedingungen, fehlende sichere Parkplätze. Und: Nur 4 % der LKW-Fahrer in Europa sind Frauen. Die Branche ignoriert die Hälfte der Bevölkerung seit Jahrzehnten.
Die IRU sagt es selbst: "Trotz erheblicher Anstrengungen der Branche hat sich der Fahrermangel zu einem strukturellen Problem entwickelt." Übersetzt: Sie haben's versucht, es hat nicht geklappt, und jetzt wird's schlimmer.
Du denkst jetzt vielleicht: "502.000 offene Stellen? Gut für mich — mehr Nachfrage, höherer Lohn."
Falsch gedacht.
Was wirklich passiert: Deine Spedition findet keinen zweiten Fahrer für die Tour, die sie eigentlich mit zwei Mann besetzen wollte. Also fährst du sie allein. Die Route, die dein Vorgänger in 4,5 Stunden geschafft hat, sollst du in 4 Stunden schaffen — weil sonst die Lenkzeit nicht reicht. Und wenn du sagst "geht nicht", sagt der Dispo: "Dann muss der Kollege aus Rumänien ran."
Zwei Drittel der Betriebe lehnen Aufträge ab, weil sie keine Fahrer haben. Aber die Aufträge, die sie annehmen? Die drücken sie mit voller Wucht in die verbleibenden Fahrpläne. Weniger Fahrer + gleiche Tonnage = mehr Druck pro Kopf. Und der Kopf bist du.
Die IRU spricht von einer "Lohnmauer": Gehaltserhöhungen allein gewinnen keine Fahrer mehr. Was Fahrer wirklich wollen — planbare Arbeitszeiten, mehr Zeit zu Hause, sichere Parkplätze — kostet die Spedition mehr als eine Lohnerhöhung. Also passiert's nicht.
98 % der Güterverkehrsunternehmen in der EU haben weniger als 10 Mitarbeiter. Bei Betrieben unter 50 Beschäftigten ist die Vakanzquote 6 Prozentpunkte höher als bei großen Flotten. Die können sich keine Recruiting-Kampagnen in Osteuropa leisten, keine eigenen Ausbildungsprogramme. Wenn da einer ausfällt, steht der ganze Laden.
Und wer fängt das auf? Genau.
📊 Die nackten Zahlen aus dem IRU-Report:
• 502.000 unbesetzte Fahrerstellen in Europa (Vakanzquote: 13 %)
• 660.500 Fahrer gehen bis 2030 in Rente
• 65 % der Betriebe: Fahrermangel = größtes Geschäftsrisiko
• 4 % Frauenanteil unter LKW-Fahrern
• Kleine Betriebe: 6 Prozentpunkte höhere Vakanzquote
• Weltweit: 2,9 Millionen unbesetzte Fahrerstellen
→ eurotransport.de: IRU-Fahrermangel-Report 2025 mit 502.000 fehlenden Fahrern (08.07.2026)
→ IRU: Driver Shortage Report 2025 (original, veröffentlicht 30.06.2026)
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