Der Marketing-Slogan lautet „Have a break, have a KitKat". Unbekannte haben das wohl zu wörtlich genommen — und gleich den ganzen Lkw mitgenommen.
Ein Sattelzug mit rund zwölf Tonnen KitKat-Schokoriegeln ist auf dem Weg von Italien nach Polen spurlos verschwunden. Das sind umgerechnet 413.793 einzelne Riegel — genug, um jeden Einwohner von Bochum zweimal damit zu bewerfen.
Der Lkw sollte unterwegs in mehreren Ländern die knusprigen Schokoriegel ausliefern. Stattdessen: Fehlanzeige. KitKat teilte lapidar mit, der Lastwagen sei „während des Transits in Europa gestohlen" worden. Wo genau, wollte die zum Nestlé-Konzern gehörende Marke nicht sagen.
„Die Ermittlungen dauern in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden und Lieferketten-Partnern an." — KitKat-Pressestelle
Auf X (ehemals Twitter) brach eine Welle von Memes los. Die Deutsche Telekom, Ryanair und Domino's Pizza sprangen auf den Zug auf und posteten eigene „Have a break"-Varianten. Nestlé selbst konterte mit Galgenhumor: Auf Instagram betonte der Konzern, es handle sich nicht um einen Aprilscherz, und launchte einen sogenannten KitKat-Tracker, mit dem Verbraucher prüfen können, ob ihr Riegel aus der gestohlenen Ladung stammen könnte.
Ob das ernst gemeint ist? Schwer zu sagen. Klar ist: Ausgerechnet kurz vor Ostern könnte es in manchen Supermarktregalen zu KitKat-Engpässen kommen.
So lustig die Geschichte klingt — für Berufskraftfahrer hat sie einen bitteren Beigeschmack. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) werden in Deutschland alle 20 Minuten Lkw-Ladungen gestohlen. Pro Jahr verschwinden Waren im Wert von 1,3 Milliarden Euro, dazu kommen 900 Millionen Euro an Folgekosten.
Die Methoden reichen vom klassischen Planenschlitzer auf dem unbewachten Autobahnparkplatz bis zum professionellen „Phantomfrachtführer" — Kriminelle, die mit gefälschten Papieren und gekaperten Speditionsidentitäten ganz regulär an der Rampe vorfahren und die Ware abholen. Der Schaden durch Phantomfracht hat sich seit 2023 versiebenfacht.
KitKat selbst gibt an, die verschwundenen Riegel könnten über den Strichcode identifiziert werden. Sollte es an der Kasse einen Treffer geben, gebe es „klare Anweisungen", wie KitKat informiert werden solle. Ob Tankstellenbetreiber in Hintertupfing diese Anweisungen tatsächlich kennen, ist eine andere Frage.
😂 Hast du einen verdächtigen KitKat-Riegel im Angebot gesehen? Schreib uns!
Quellen: n-tv.de · BR24 · GDV – Merkblatt Transportversicherung