Manche Nachrichten liest du dreimal, weil du denkst, du hast dich verlesen. „Sattelzug mit 25 Tonnen Hühnermist landet kopfüber im Kanal\" — das klingt nach einem schlechten Scherz auf dem Rastplatz. Ist es aber nicht.
Rhauderfehn, Landkreis Leer. Ein 72-jähriger Fahrer ist mit seinem voll beladenen Sattelzug von der Langholter Straße abgekommen, eine Böschung runter, und kopfüber in einem Kanal gelandet. 25 Tonnen Hühnermist. Kopfüber. Im Wasser. Ein Bild, das dir keiner glaubt, wenn du's an der Theke erzählst.
Der Fahrer wurde schwer verletzt aus dem Führerhaus geborgen — war aber ansprechbar. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Der Hühnermist drohte ins Gewässer zu laufen, und aus der Zugmaschine trat Öl aus. Der Gefahrgutzug des Landkreises musste anrücken, um eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Feuerwehr, Kran, Spezialkräfte — alles wegen einem Laster, der lieber baden gehen wollte.
Die Bergung dauerte bis kurz vor Mitternacht. Die Straße war stundenlang voll gesperrt. Der Nebel an dem Morgen war dicht — die Polizei ermittelt noch, ob er eine Rolle gespielt hat. Andere Fahrzeuge waren nicht beteiligt. Ein klassischer „Fahrer hatte einfach Pech\"-Unfall. Nur die Ladung war halt Hühnermist.
Lach nicht zu früh. Ladungssicherung und Gefahrgut — das sind zwei Themen, die bei solchen Unfällen von „skurril\" zu „Katastrophe\" kippen können. Hühnermist ist kein harmloses Naturprodukt, wenn er tonnenweise in einen Kanal sickert. Das Zeug entzieht dem Wasser Sauerstoff, Fische sterben, das Ökosystem kippt. Die Feuerwehr wusste genau, dass hier keine Zeit für Witze war.
Und der Fahrer? Ein 72-Jähriger, der morgens im Nebel auf einer Landstraße unterwegs war. Kein Anfänger, kein Raser. Einfach einer, der zur falschen Zeit am falschen Ort saß. Passiert. Jeden Tag. Nur meistens ohne Hühnermist.
→ Quelle: NDR — „Sattelzug mit Hühnermist landet kopfüber im Kanal\"
→ Quelle: Kreiszeitung — „Sattelzug landet kopfüber im Kanal\"
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